Weiter geht’s mit der Arbeit an meinen Glaubenssätzen.
Ich dachte ja, es geht schneller aber es ist noch einiges dazwischen gekommen, sodass ich auch hier nicht so schnell vorankomme, wie gewünscht.
Solltet ihr also selbst an Euren Glaubenssätzen arbeiten, seid nicht entmutigt, anderen geht es genauso 😉
Hier nun ein paar Beispiele meiner Glaubenssatzarbeit:
Nr. 1: Je mehr Geld ich habe, desto mehr Sorgen mache ich mir, dass ich es behalte.
Beispiele:
Es gibt einen Börsencrash und ich sehe mein ganzes Erspartes zusammenstürzen.
a) Ist der Glaubenssatz wahr?
Ich denke schon.
b) Kannst Du mit absoluter Sicherheit sagen, dass der Glaubenssatz wahr ist?
Nein, denn über ein bestimmtes Geld-Maß bin ich noch nicht gekommen. Wie es also ist, wenn man noch deutlich mehr Geld hat, kann ich nicht beurteilen.
c) Wie reagierst Du, wenn Du diesen Glaubenssatz glaubst? Was passiert mit Dir?
Da ich meine Sorgen nicht steigern, sondern verringern möchte, lehne ich diesen Zustand ab.
d) Kehre die Aussage um.
Je mehr Geld ich habe, desto weniger Sorgen mache ich mir.
Wer Geld hat, wird viele Sorgen los.
e) Finde mindestens 3 echte Beispiele für jede Umkehrung.
- Krankheiten: Mehr Geld bedeutet bessere Vorsorge, Therapien, schnellere Behandlungen, bessere Früherkennung (weil man Zusatzleistungen in Anspruch nehmen kann).
- Beziehungen: Mehr Geld kann bedeuten, weniger Streit über Geld, weniger Stress (zB durch eine Putzhilfe die gemeinsame Aufgaben abnimmt), Inanspruchnahme von frühzeitiger Paarberatung.
- Zeit: Mehr Geld kann mehr Zeit bedeuten, da man weniger arbeiten könnte, mehr Dienstleister beschäftigen kann (Putzhilfe, Umzugsunternehmen, Lebensmittel-Lieferservice, etc.).
- Diversifizierung: Je mehr Geld man hat, desto besser kann man sein Vermögen diversifizieren, zB weil eine Immobilie erworben werden kann.
- Versicherungen: Je mehr Geld da ist, desto besser und umfassender kann man sich versichern (BerufsunfähigkeitsV, HaftpflichtV, ElementarschädenV, VollkaskoV, etc.).
f) Wie wärst Du ohne diesen Glaubenssatz? Was würde sich für Dich verändern, wenn Du ihn nicht hättest?
Ich würde verstehen, dass mehr Geld eigentlich weniger Sorgen bedeutet und dass das ein erstrebenswerter Zustand ist.
Nr. 2: Wenn ich mehr Geld habe, hat jemand anderes, die es dringender benötigt, weniger Geld. Ich nehme anderen dadurch etwas weg.
a) Ist der Glaubenssatz wahr?
Keine Ahnung, darüber weiß ich zu wenig.
b) Kannst Du mit absoluter Sicherheit sagen, dass der Glaubenssatz wahr ist?
Nein.
c) Wie reagierst Du, wenn Du diesen Glaubenssatz glaubst? Was passiert mit Dir?
Da ich niemand sein möchte, der anderen das Geld wegnimmt, fühlt es sich schlecht und falsch an, mehr zu wollen.
d) Kehre die Aussage um.
Je mehr Geld ich habe, desto mehr Geld kann ich Menschen geben, die es dringender brauchen als ich.
e) Finde mindestens 3 echte Beispiele für jede Umkehrung.
- Übernahme von Patenschaften für ärmere Kinder.
- Kaufen von teureren aber dafür fair gehandelten Produkten.
- Spenden an Obdachlose, Suppenküchen, bei Naturkatastrophen.
f) Wie wärst Du ohne diesen Glaubenssatz? Was würde sich für Dich verändern, wenn Du ihn nicht hättest?
Besser Menschen, die anderen etwas abgeben möchten, werden reich als solche, die das nicht vorhaben. Hat man einen bestimmten Prozentsatz für Spenden festgelegt, freut man sich über mehr Geld, da das auch mehr Spenden bedeutet.
Nr. 3: Wenn mir jemand Geld gibt / etwas ausgibt, steckt dahinter eine umgekehrte Erwartungshaltung.
Beispiele: Mir gibt jemand jetzt 5.000€ für das Studium in der Hoffnung, dass ich später im Alter versorge. Ein Kollege lädt mich zum Essen ein und erwartet im Gegenzug, dass ich ihn das nächste Mal einlade.
a) Ist der Glaubenssatz wahr?
Für mich fühlt es sich so an.
b) Kannst Du mit absoluter Sicherheit sagen, dass der Glaubenssatz wahr ist?
Nein, ich kann nicht für jede Person sprechen.
c) Wie reagierst Du, wenn Du diesen Glaubenssatz glaubst? Was passiert mit Dir?
Ich möchte mich nicht einladen lassen, ich versuche immer, das abzuwehren oder einen Ausgleich zu finden. Ich weise die Geste ab.
d) Kehre die Aussage um.
Wenn mich jemand einlädt oder mir Geld schenkt, macht diese Person das ohne Hintergedanken und ohne eine Gegenleistung zu erwarten.
e) Finde mindestens 3 echte Beispiele für jede Umkehrung.
- Manche Personen haben ausreichend Geld und der schöne Abend, den das Geld ermöglicht, ist wichtiger, als das Geld zurückzubekommen oder zu behalten.
- „Wer Geld gibt -ohne Gegenleistung- gibt, wird Geld -meistens deutlich mehr Geld- ernten.“ Dieses Zitat habe ich letztens irgendwo gelesen und fand es ganz passend.
- Ein drittes Beispiel ist mir leider noch nicht eingefallen!
f) Wie wärst Du ohne diesen Glaubenssatz? Was würde sich für Dich verändern, wenn Du ihn nicht hättest?
Ich könnte Geldgeschenke und Einladungen deutlich besser annehmen.
Im Laufe der Arbeit an diesem Glaubenssatz ist mir auch etwas anderes aufgefallen. Ich habe den Ruf, sehr sparsam zu sein. Das ist für mich auch durchaus okay, denn es stimmt auch.
Nah daran ist aber immer -oder das ist zumindest meine Befürchtung- der Eindruck, dass ich geizig bin. Und das ist eine Eigenschaft, die ich gar nicht befürworte. Ich möchte daher um jeden Preis den Eindruck vermeiden, dass ich geizig gegenüber anderen bin.
Nehme ich als sparsam wahrgenommene Person also eine Einladung zum Essen an ohne mich zu revanchieren, habe ich große Angst, dass man mich als geizig sieht. Daher kann ich auch sehr schlecht Einladungen annehmen und versuche immer, darauf zu bestehen, die Hälfte zu zahlen, damit ich keine „Zukunftsschulden“ habe.
Ich versuche aber jetzt aktiv diesen Glaubenssatz zu überprüfen.
Womöglich ist die Arbeit mit Glaubenssätzen eine dauerhafte Aufgabe, da man noch viel mehr entdecken wird, man sich die Umkehrungen immer wieder bewusst machen muss und es ja noch viele andere Lebensbereiche gibt, in denen man womöglich unrichtige oder schädliche Glaubenssätze hat.
Als nächstes widme ich mich meinem Ziel: Was möchte ich überhaupt erreichen?